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Pilgern ... nicht nur nach Santiago de Compostela in Spanien
Wallfahrten zu heiligen und christlichen Orten

Kleidung der Jakobspilger

Beginnt man den Jakobsweg im Zentrum von Deutschland, so muss man bis Santiago de Compostela ca. 2500 Kilometer Pilgerweg hinter sich bringen und, läuft man zu Fuß, etwa sechs Monate an Zeit im Rucksack haben, wenn man den Rückweg wie den Hinweg reist. Gut, Rückweg auch Pilgern, dass macht heute fast niemand mehr. Die meisten Pilger denken nicht an einen Rückmarsch, sondern ziehen Bahn oder Flugzeug vor. Anders war das zu historischen Zeiten.

Damals war auch die Pilgerausrüstung nicht gerade sehr technisch. Viel Gepäck konnte man ohnehin nicht mitnehmen. Die Ausrüstungsgegenstände waren schwer. Was hatte der historische oder mittelalterliche Pilger bei sich? Wetterfeste und warme Kleidung, feste Schuhe und Reiseproviant für ein oder zwei Tage, eine Wasserflasche und den Pilgerstock, auf den man sich stützen konnte, aber der auch zur Verteidigung gegen wilde Tiere und streunende Hunde diente. Da es seinerzeit viele Grenzen zu überwinden galt und Wegezölle zu zahlen waren, musste auch Geld mitgenommen werden. Ebenfalls musste neuer Porviant gekauft und es mussten z.B. Fährleute bezahlt werden. Ein frommer Pilger musste zudem Spenden an den Heiligtümern lassen, an denen er vorbei kam. Und zum Kauf von einem Souvenir wurde das Geld verbraten. Man brauchte schließlich ein Zeichen, einen Beweis, dass man auch wirklich in Santiago de Compostele war. Beliebte Pilgerzeichen waren im Mittelalter geweihte und angerührte Medaillen und später, mit dem beginnenden 15. Jahrhundert auch Rosenkränze.
War man reich, also etwa adelig oder ein Kaufmann, so reiste man zu Pferde und auch mit Anhang.

Heute können die Pilger auf hochwertige Outdoorkleidung zurückgreifen. Sie tragen wasserdichten Wanderschuhe, einen Leichtgewichtrucksack und zwei Pilgerstäbe, sprich Teleskop-Wanderstöcke. wesentlich besser dran. Auch die Wege sind heute gut markiert und ausgebaut.Dennoch muss man sich auch noch heute an die langen Tagesetappen gewöhnen und sich nur langsam steigern. Der Pilgerweg führt nicht nur zum zum Grab des Heiligen Jakobus, sondern auch zu den Grenzen des eigenen Köpers und der eigenen Seele.

Historische Kleidung Jakobspilger

Die Kleidung der Pilger bestand aus der in der jeweiligen Zeit gängigen Reisekleidung. Wichtig war vor allem ein geeigneter Wetterschutz. Erst im Verlauf des Mittelalters kam eine spezielle Pilgerkleidung auf. Sie bestand aus einem langem Umhang aus dichter Wolle, der als Schutz vor Regen und Kälte diente. Nachts wurde er als Decke verwendet. Einige dieser Umhänge besaßen im Schulterbereich einen Lederbesatz.

Im 15. Jahrhunderts das sog. Trappert, ein rundum geschlossenes faltenreiches Obergewand in Mode, das das über den Kopf gezogen wurde. Es war seitlich geschlitzt Man trug es in Spanien, aber auch in Deutschland mit einem Bachgürtel.tragen. Darunter trug man eienen kurzen Rock und eng anliegende Beinkleider. Schnabelschuhe waren ebenfalls modern. Ein Hut aus Tierfell wurde ab und an getragen. Die meisten Pilger jedoch bevorzugten einen Hut mit breiter Krempe, da er besser vor Regen und Sonne Schutz bot. An der hochgeschlagenen Krempe des Hutes befestigte man die Pilgerzeichen. So konnten Mitpilger erkennen, welche heiligen Orte ein Pilger bereits besucht hatte. Beliebt bei den Pilgern im Mittelalter war auch die sog. Coiffe, eine Bundhaube als Kopfbedeckung, die aus weißem Leinen oder aus Leder gefertigt war. Sie wurde unter dem Hut getragen. Sie schützte gegen Sonne und Kälte. Die Frauen, jedenfalls, wenn sie verheiratet waren, mussten ihr Haar mit einer Haube verhüllen. Sie kam oder war "unter der Haube". Zur Verhüllung diente ein Schleier oder auch ein Gebende, ein Band, das um den Kopf gebunden oder gewickelt wurde.
Wer es besaß, nahm ein zweites festes Paar Schuhe zum Wechseln mit.

Nationalmusem Nürnberg

Will man sich eine mittelalterliche Pilgerausrüstung anschauen, so besuche man das Nationalmuseum in Nürnberg. Dort findet man die gut erhalten gebliebene Pilgerausstattung des Nürnberger Patriziers Stephan des Dritten Praun. Er war zur Zeit der Habsburger in Spanien tätig und unternahm 1571 eine Pilgerreise nach Santiago. Diese Ausrüstung setzt sich zusammen aus einem kurzen kreisrunden Reitermantel mit hoher Kapuze aus weißem Wollfilz mit Stickereien, einem kreisrunden Mantel aus schwarzem Leder mit aufgenähten Pilgermuscheln und aus gedrechselten, gekreuzten Pilgerstäben, einem Hut mit zahlreichen Pilgerzeichen, drei Paar einfacher Sandalen aus Leder undHanf, einem Rosenkranz sowie schließlich einem Pilgerstab.