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Pilgern ... nicht nur nach Santiago de Compostela in Spanien
Wallfahrten zu heiligen und christlichen Orten

Die Pilgerherberge und ander Pilgerunterkünfte

Im Hochmittelalter wurde das Pilgern zu einer Massenbewegung und verlangte eine Infrastruktur und Fürsorge an den Pilgerrouten. Die Basis für diese Unterstützung der Pilger fand sich in derchristliche Glaubenslehre, der Nächstenliebe. Hier hatte das Wort Caritas große Bedeutung, denn es bedeutet übersetzt Nächstenliebe. Es handelte sich um eine der sieben christlichen Tugenden. Im Mittelalter wurde sie wesentlich aktiver praktisch gepflegt als heute. Man gab Bedürftigen zu essen und zu trinken, man keidete sie, man pflegte Kranke und gab Fremden Unterkunft. Die Pilger profitierten von diesen christlichen Tugenden.

Bis zum elften Jahrhundert beherbergten die Klöster Wanderer und Pilger. Sie bekamen einen Schlafplatz in denn Kirchen oder Vorhallen zugewiesen. Ab dem 11. Jahrhundert, in dem der Pilgerstrom drastisch zunahm, wurden zahlreiche Hospize und Hospitältern gegründet. Sei waren den Klöstern untergeordnet. Besonders die Orden, die die Regel des heiligen Benedikt pflegten und die Antoniter, sorgten sich um die Pilger und Pilgerwege, gründeten neue Klöster mit großen Aufnahmemöglichkeiten für Reisende. Gerade aber auch die die Passhospize der Augustiner in den Pyrenäen (zum Beispiel Roncesvalles), waren für die Pilger überlebenswichtig, denn dort gab es die einzigen Unterkünfte in jener Gegend.

Pilgerherbergen - Gastfreundschaft und Fremdenfürsorge

Die hospitalitas ist das Gebot der Gastfreundschaft gegenüber Fremden. Alle Christen waren dadruch angehalten, einem Pilger in Gottes Namen Unterkunft und Schutz zu gewähren. Die Vorstellung, die dahinter stand, war die: wer Pilger aufnahm, diente dem Herrn selbst.

Die Pilger durften einen bis höchstens drei Tage in den Unterkünften bleiben. Sie erhielten wenigstens eine warme Mahlzeit am Tag und eine Schlafstelle zugewiesen. Ein Entgelt hatten sie nicht zu entrichten. Danaben gab es zudem eine gewisse medizinische Versorgung.

Die kirchlichen Herbergen und Hospitälern reichten an den Hauptrouten oft nicht aus. So entstanden dort auch private Herbergen und Gasthäuser an den Hauptrouten.

Doch Wie so oft, wenn Menschen etwas Gutes tun, wurde diese Gutheit auch im Pilgerwesen ausgenutzt und missbraucht. Seit dem auslaufenden 15. Jahrhunderts wurde die Pilgerbewegung immer mehr von sogenannten Muschelbrüdern infiltriert. Sie trugen die Kleidung der echten Pilger, nächtigten und aßen in Klöstern und Pilgerherbergen, unterwanderten Pilgergruppen und raubten diese dann aus.

Pilgerherbergen am Jakobsweg

Heute kommen auch ehemalige Jakobspilger dem Gebot der Gastfreundschaft nach und geben Pilgern in ihren privaten Häusern eine Unterkunft. Das tun sie oft, weil sie sie selbst auf ihrer Pilgerfahrt schöne Erfahrungen mit der Hospitalitas gemacht haben. Jakobsfreunde helfen auch bei der Instandsetzung von Pilgerherbergen am Jakobsweg und es gibt heute viele freiwillige Helfer, vor allem junge Menschen, die in Pilgerherbergen freiwillige Arbeit leisten und so zu Hospitaleros werden. Sie kommen aus allen Ländern Europas. Damit tragen sie auch zur Völkerverständigung bei.