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Pilgern ... nicht nur nach Santiago de Compostela in Spanien
Wallfahrten zu heiligen und christlichen Orten

Pilgern - zu fuss, wandern, mit dem Fahrad

Wie soll die Pilgerfahrt unternommen werden, wie will man sich fortbewegen. Zu Fuß, mit dem Fahrrad, mit dem Kraftfahrzeug, allein, in einer Gruppe. Diese Fragen stellt man sich heute und stellte man sich auch bereits im Mittelalter (bis auf die nach Fahrrad und Kraftfahrzeug natürlich). Welcher Weg soll eingeschlagen werden?

In historischer Zeit war es weit mehr als heute eine Frage des Geldes, auf welche Art und Weise die Pilgerreise unternommen wurde. Jakobspilger aus ländlichen Gegenden oder aus einfachen Verhältnissen gingen zu Fuß, was zwar lang dauerte und anstrengend war, dafür aber bezahlbar. Auch Bußpilger gingen, das heißt, sie mussten zu Fuß gehen. Die meisten Pilger im Mittelalter konnten weder lesen noch schreiben. Sie mussten auf mündlich überlieferte Wegbeschreibungen zurückgreifen. Darum war es nicht ungünstig, sich einer Gruppe von Pilgern anzuschließen, vor allem dann, wenn ein ortskundiger Führer darunter war.
Die Pilgerrouten nutzten Ortsverbindungen, Haupthandelswege, Heeres- und Geleitwege – wie beispielsweise via regia in Mitteldeutschland. Hier war es weniger wahrscheinlich, den Pfad zu verlieren oder Opfer eines Überfalls zu werden. Zudem gab es an den Hauptpilgerwegen mit der Zeit viele Pilgerherbergen.

Konnte man lesen und schreiben, was seinerzeit nur Adel und Klerus konnten, so war man in der Lage, auf geschriebene Pilgerberichte zurückzugreifen. Solche hatte etwas der Ritter Arnold von Harff (1496-1498) verfasst. Andere Pilgerführer waren der "Liber Sancti Jacobi", der "Codex Calixtinus", die aus dem 12. Jahrhundert stammten.

Verfügte man über Geld, so pilgerte man mit Pferd und Gefolge.

In jener Zeit gründeten sich auch die Jakobus-Bruderschaften und die Jakobus-Gesellschaften als Pilgerorganisationen, die die Pilger unterstützten.

Heute kann man sogar mit dem Flugzeug nach Santiago de Compostela pilgern. Die Pilgerurkunde "Compostela" erhält man jedoch nur, wenn man nachgewiesen (durch entsprechende Pilgerstempel) die letzten 100 Kilometer zu Fuß oder die letzten 200 Kilometer bis Santiago mit dem Rad beziehungsweise zu Pferd zurückgelegt hat.

Fußpilger - pilgern zu fuss auf dem Jakobsweg

Die noch heute beliebteste Art des Pilgern, gleichzeitig die älteste, ist die des Pilgerns zu Fuß. Von allen nach Santiago de Compostela Reisenden nahmen die Fußpilger im letzten Jahrzehnt ca. 80% ein, im Heiligen Jahr 2004 sogar 87%.

Man kann sein Ziel, den Jakobsweg, heute als Fußpilger auf unerschiedliche Weise erreichen. Man kann alleine Pilgern und Etappe nach Etappe laufen. Es gibt hervorragende Pilgerführer (Pilgerliteratur) und ebensolche Wanderkarten. Auch auf das Pilgern spezialisierte Reiseunternehmen sowie die Jakobus-Gesellschaften bieten organisierte Gruppentouren an. Man sollten allerdings über eine Grundkondition verfügen, damit man die Tagesetpappen, die etwa 15 bis 25 Kilometer lang sind, auch bewerkstelligen kann.

Heute ist die helle Jahreszeit, von Frühlich bis Frühherbst die beliebteste Pilgerzeit. Die Landleute sind in füheren Zeiten allerdings liebe in der Winterzeit gepilgert, da sie im Frühling und Sommer die Felder bearbeiten mussten. Will man am 25. Juli - das ist der Jakobustag - in Santiago de Compostela ankommen, so muss man allerdings Spanien in der heißesten Jahreszeit durchqueren.

Früher, also im Mittelalter, mussten die Fußpilger reißende, brückenlose Flüsse, durch Bergstürze schwer gangbare Wege passieren. Sie mussten sich gegen Betrüger und Wegelagerer verteidigen und sich vor verseuchte Lebensmittel hüten. Heute hingegen müssen die Pilger nur mit ihren schmerzenden Füße oder die schwierige Unterkunftssuche in der Hauptspilgersaison kämpfen. Das war in historischen Zeiter aber auch schon so.

Radpilger - Jakobsweg mit dem Fahrrad

Infos zum Pilgern auf dem Jakobsweg mit dem Fahrrad gibt es hier: Jakobsweg Fahrrad.

Pilgern zu Pferd

Adelige und wohlhabende Bürger pilgerten zu historischen Zeiten oft zu Pferd nach Santiago de Compostela. Heute sieht man nur ab und an einen Pferdepilger. Pro Jahr mögen es vielleicht 300 Pilger sein, die Santiago auf dem Rücken eines Pferdes erreichen. Doch es werden immer mehr. Man könnte von einer nostalgischen Welle sprechen, die ins rollen geraten ist.

Früher trafen die Pferdepilger bessere Bedingungen an. Heute sind die Orte am Jakobsweg auf KW eingestellt und bieten Tankstellen, früher gab es Hufschmiede, Ställe und Futter für Pferde. Will man also heute nach Santiago reiten, so muss man seinen Pilgerritt genau planen.
Reitet man ohne zusätzliches Packpferd, so ist das Gepäck genau abzuwiegen. Als Reiterpilger in der heutigen Zeit muss man sich auf Umwege einstellen: Wanderreitstation liegen nicht immer direkt am Jakobsweg. Die Strecke muss also sorgfältig geplant werden und man sollte die Ausrüstung dabei haben, um auch einmal im Freien nächtigen zu können. Zu historischen Zeiten wechselte man sein Reittier ab und an, tauschte Pferd gegen Maultier, denn diese sind in gebirgigen Gegenden trittsicherer.
Früher war es und heute ist es empfehlenswert, den Ritt nicht allein durchzuführen. Für den Fall eines Falles hat man dann schnell Hilfe zur Hand.

Schiffspilger

Santiago de Compostela läßt sich auch auf dem Seeweg erreichen, jedenfalls beinah.

Im Mittelalter war dies ein gängiger Weg für eine Pilgerfahrt, denn eine Pilgerreise mit dem Schiff war weitaus bequemer und schneller als das Pilgern auf dem Landweg. Schiffspilger kamen aus England aus Skandinavien, Nord- und Ostdeutschland. Sie versammelten sich zuvor in größeren Hafenstädten wie etwa Lübeck, Stralsund, Danzig, Riga und Reval an der Ostsee oder Hamburg und Bremen an der Nordsee. Pilgersammelstellen exestierten auch an den großen Rheinhäfen wie Köln, Neuss und Duisburg. Die Schiffe gingen nach Vivero und Muros sowie nach La Coruna.

Obwohl es mit dem Schiff einfacher war, nutzten gerade englische Pilger das Schiff nur zum Teil. Sie landeten dann etwa im französischen Soulac und pilgerten dann zu Fuß an der Atlantikküste durch das Baskenland.

Heute gibt es so gut wie keine Schiffspilger nach Santiago de Compostela mehr.