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Pilgern ... nicht nur nach Santiago de Compostela in Spanien
Wallfahrten zu heiligen und christlichen Orten

Pilgerpass Jakobsweg

Im 11. und 12. Jahrhundert wurde das Pilgern zu einer Bewegung der Massen. Seit jener Zeit wurde es erforderlich, Pilgerzeichen von Wegstationen und Pilgerdokumenten mit sich zu führen, um sich auch als Pilger ausweisen zu können. Denn es kam das auf, was man heute als Missbrauch von Sozialleistungen bezeichnen würde. Es gab viele Personen, die sich als Pilger ausgaben, um in Klöstern und Pilgerherbergen kostenlose Mahlzeiten und Unterkunft zu erhalten. Deshalb musste in den Pilgerherbergen ein Certificat vorgelegt werden, dass von einer staatlichen Behörde ausgestellt war und über einen guten Lebenswandel und die Pilgerschaft bestätigte.


Im 13. Jahrhundert begann man in Santiago de Compostela damit, die vollendete Pilgerschaft zu bestätigen. Man fertigte Beglaubigungsschreiben an, das man an die Pilger aushändigte.

Seit Beginn des Pilgerns als Massenbewegung im elften und zwölften Jahrhundert wurde es immer wichtiger, sich nicht nur äußerlich an der Kleidung, sondern auch durch entsprechende Pilgerzeichen von Stationen des Wegs (Pilgerzeichen) und Begleitdokumente als Pilger oder Pilgerin ausweisen zu können. Denn der Missbrauch nahm zu. Gerade in wirtschaftlich schwierigen Zeiten und während kriegerischer Unruhen begehrten nicht nur wahre Pilger Einlass und Versorgung in den Pilgerherbergen und Klöstern, sondern auch Personen, die sich als Pilger ausgaben, um eine billige oder kostenlose Mahlzeit und eine Lagerstätte für die Nacht zu finden. Es waren Bettler, Obdachlose, Arbeitsscheue oder Personen, die dem Militärdienst entgehen wollten. Viele Herbergen verlangten ein Zeugnis oder „certificat“ zu sehen, in dem die Obrigkeit über Lebenswandel und Pilgerschaft des Reisenden Auskunft gab.

Seit dem dreizehnten Jahrhundert wurden in Santiago Beglaubigungsschreiben ausgegeben, die den Vollzug der Pilgerschaft bescheinigten. Sie gelten als Vorgänger der heutigen „Compostela“ (heutige Begleitdokumente). Sie bestätigten insbesondere, ob und dass man die Kathedrale von Santiago de Compostela nur aus Gründen der Frömmigkeit besucht hatte, und nicht etwa als Strafpilger. Es wurde auch bestätigt, wenn man kommuniziert und gebeichtet hatte.

Bis vor wenigen Jahren trugen dei Pilger kirchliche Begleitschreiben, ausgestellt von ihrem Heimatpfarrer, bei sich. Heute wird hingegen ein Pilgerpass mit sich geführt. In ihm wird Pilgerweg durch Stempel dokumentiert wird.

Historische Begleitdokumente

Ab dem 17. Jahrhundert begann die Staatsgewalt, die Pilger sowie generell wandernde Personen zu reglementieren und zu überwachen, indem Gesundheitszeugnisse und Pässe ausgestellt wurden. Für die Pilger am bedeutendsten war jedoch das kirchenamtliche Patent, welches den Namen des Pilgers, die Familienangehörigen sowie Begleitpersonen, Herkunft und Zielort der Pilgerfahrt beinhaltete.

Heutige Begleitdokumente: der Pilgerpass

Heute ist Pilgerpass, der auch als Pilgerbrief bezeichnet wird, das wichtigste Begleitdokument, die bedeutendste Bescheinigung auf dem Jakobsweg nach Santiago. Der offizielle spanische Pass nennt sich Credencial. Er wird durch die vom Kathedralkapitel in Compostela dazu ermächtigten Jakobusbruderschaften und Jakobusvereinigungen ausgegeben. Wie das Erzbistum von Santiago de Compostela bekräftigt ausdrücklich, dass der Pilgerpass nur an Pilger gerichtet ist, die aus christlichen Motiven oder mindestens als spirituelle Suche, zu Fuß, zu Pferd oder mit dem Fahrrad auf das Grab des Apostels zugehen.
Der Pilgerpass berechtigt zur Nächtigung in den Pilgerherbergen. Reine Touristen und Wanderer kommen also nicht in den Genuss dieser preisgünstigen Nächtigungsmöglichkeiten. Rad-Pilger müssen in den Pilgerherbergen den Fußpilgern das Vorreicht insoweit lassen, als sie erst später als jene eingelassen werden.

Am Ende der Pilgerschaft legen die Pilger ihren Pilgerpass mit den Stempeln der Herbergen, Kirchen und Klöster dem Pilgerbüro von Santiago de Compostela vor. Wird anhand der auf dem Jakobsweg vorgenommen Eintragungen nachgewiesen, dass die letzten 100 Kilometer zu Fuß oder die letzten 200 Kilometer mit dem Rad oder zu Pferd zurückgelegt wurden, so erhalten die Pilger die begehrte die Pilgerurkunde "Compostela".

Neben diesem diesem offiziellen spanischen Pilgerpass gibt es verschiedene gedruckte und auch individuell angefertigte Pilgerpässe. Sie dokumentieren den persönlichen Pilgerweg mittels der Stempel an den Wegstationen, berechtigen aber nicht zur Erlangung der Compostela.