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Pilgern ... nicht nur nach Santiago de Compostela in Spanien
Wallfahrten zu heiligen und christlichen Orten

Pilgerzeichen

Pilgerzeichen besaßen und besitzen noch heute eine besondere Bedeutung für die gläubigen Pilger. Man konnte und kann sie in den Wallfahrts- und Pilgerorten kaufen und trug und trägt sie dann an gut sichtbarer Stelle. In mittelalterlichen Zeiten waren die wenigsten Menschen des Lesens und Schreibens kundig. So waren Zeichen notwenig, die die durchgeführte Pilgerschaft bekundeten. Die Pilger stellten sich mit dem Tragen des Pilgerzeichens unter einen besonderen Schutz, denn es war ein großes Verbrechen und galt als Todsünde, Pilger auf ihrer Pilgerfahrt zu überfallen oder gar umzubringen.

Jakobsmuschel - Pilgermuschel

Das bedeutsamste Zeichen der Jakobspilger war und ist bis heute die Jakobsmuschel. Die Pilgermuschel, also die Jakobsmuschel ist die Schale einer atlantischen Kammmuschelart, lat. pecten maximus. Die Pilger konnten sie in früheren Zeiten am kleinen Platz des Nordportals der Kathedrale in Santiago und am Brunnen daneben bekommen.
Warum Muschel? Die Erklärung ist geschichtlich bedingt, denn die Muschel galt schon in der Antike als Heil- und Glücksbringer sowie als Symbol der Liebe. Die Muschel ist als "Vieira", als Pilgermuschel und Symbol für die Pilgerfahrt nach Compostela, seit dem zwölften Jahrhundert gebräuchlich. Die Pilgern setzten sie an die Taschen, den Hut oder den Umhang. Seit dem 12. Jahrhundert wurden die Muscheln auch aus künstlichem Material hergestellt, etwa aus Zinn oder Blei. Am wertvollsten - und deshalb auch am nachgefragtesten - waren die Pilgermuscheln aus Gagat, auf spanisch Azabache. Dieses Material hat eine tief-schwarze Farbe, da es aus Kohlenstoff besteht. Es ist glatt, hart und sehr leicht, aber leider auch sehr zerbrechlich. Im Mittelalter wurden immer mehr Pilgerzeichen aus Gagat hergestellt und im 15. Jahrhundert gab es in Compostela sogar eine Bruderschaft der Gagatbearbeiter. Sie fertigten kleine Jakobusfigen, aber auch andere Devotionalien wie Rosenkränze, Muscheln, Kreuze und Heiligenfiguren.

Pilgerstab

Auch der Pilgerstab galt und gilt als Pilgerzeichen. Ihn und andere Pilgerzeichen stellten spezialisierte Handwerker aber auch aus Metall unterschiedlicher Art im Gussverfahren her. Bekannt sind ca. 4 mal 4 Zentimeter große Plaketten, die Siegeln ähnlich sehen, auch Figuren odeer Miniatur-Pilgerstäbe, bordones genannt. Diese befestigten die Pilger an ihren Hüten. Dadurch wurden sie als Santiago-Pilger ausgewiesen. Diese kleinen bordones wurden auch aus Bein gefertigt. Man trug sie einzeln oder auch als Kreuz.
Diese Devotionalien, die die Pilger am Ziel ihrer Pilgerfahrt kauften, wurden auch als Art Glücksbringer genutzt. Man legte diese Pilgerzeichen auch mit ins Grab.

Alle diese Pilgerzeichen kann man auch heute noch in Santiago de Compostela bekommen, nur die bordones nicht mehr. Dafür gibt es aber viele weitere Pilgerandenken aus der modernen Zeit. Heute werden diese Pilgerzeichen, insbesondere die Jakobsmuschel, aber schon mit Beginn der Pilgerreise getragen, nicht erst dann, wenn man das Ziel, die Kathedrale von Santiago de Compostela erreicht hat.