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Pilgern ... nicht nur nach Santiago de Compostela in Spanien
Wallfahrten zu heiligen und christlichen Orten

Santiago de Compostela

Die Stadt Santiago ist das große Ziel des Jakobsweges. Die Kathedrale von Santiago de Compostela steht auf der Plaza del Obradoiro – majestätisch. Auf dem Platz fühlt man förmlich die Emotionen der Pilger, die nach kurzer oder langer Pilgerfahrt bei ihrem Apostel angekommen sind. Man spürt, wie es auf der eigenen Haut kribbelt: Gänsehautfeeling lautet das neudeutsche Wort.

Plaza del Obradoiro

Die Plaza del Obradoiro ist immer mit Menschen aus unterschiedlichen Nationen gefüllt: Pilger mit ihren Rucksäcken und Pilgerstäben, Touristen mit Fotoapparaten, Andenkenverkäufer, Mütter, die ihre Kinderwagen über das Pflaster schieben, Menschen aus der Nachbarschaft, die zur Arbeit gehen oder Besorgungen erledigen.

Man taucht ein in ein Stimmengewirr aus Englisch, Französisch, Deutsch, Spanisch, Italienisch und Galizisch. Da fällt es leicht an das Mittelalter zu denken, in dem der Platz vor der Kathedrale von Santiago ebenso international besucht war wie er es heute ist. Obwohl man sich als Pilger oder Tourist im Nordosten Spaniens befindet, fühlt man sich, stünde man im Herzen Europas.

Und wahrscheinlich fühlt man sich nass. Denn, und das wissen nur die wenigsten: in Santiago de Compostela regnet es an 320 Tagen im Jahr. Natürlich ist das kein Dauerregen, aber es kann ein Schauer auf den anderen folgen. Doch der Regen hat auch seine schönen Seiten. Er unterstreicht die Schönheit der Stadt und der Kathedrale. Viele der historischen Gebäude der Stadt wurden aus Granit gebaut, und Tausende der kleinen Kristalle glänzen dann in der Feuchtigkeit des Regens. Die Pflastersteine funkeln wie Edelsteine.

Santiago de Compostela Kathedrale

Die Kathedrale von Santiago ist beeindruckend, durch ihre Größe und durch ihre Bedeutung: das Ziel des Jakobsweges zu sein. Man sollte die Kathedrale durch das Pórtico de la Gloria, betreten, was vielleicht das schönste romanische Kunstwerk der Welt ist. Die Skulpturen repräsentieren das Jüngste Gericht und die Figur in der Öffnung stellt den heiligen Jakobus dar.

Ist man in der Kirche, so beginnt das jahrhundertealte Ritual der Pilger. Das erste, was man als Pilger tut, ist, die Hand auf den Pfosten zu legen, wo sich die Figur Santiagos befindet. Dort gibt es eine Vertiefung in Form einer Hand, die sich im Laufe der Jahrhunderte durch diese Begrüßungszeremonie der Millionen von Pilgern gebildet hat. Wenn man die Hand dort hineinlegt, darf man drei Wünsche aussprechen. Danach geht man hinter den Pfoste, kniet sich nieder und verbeugt sich dreimal mit einem Kopfstoß gegen eine mysteriöse Steinfigur, die auf galizisch 0 Santo dos Croques heißt, der Heilige der Kopfstöße. Es heißt, die Pilger täten dies, damit der Heilige ihrer Intelligenz nachhelfe. Die Historiker allerdings behaupten, das der Kopf an Meister Mateo erinnert, den Baumeister des Portico de la Gloria. Andere meinen, dass er auf Bafomet anspielt, den geheimnisvollen Kopf mit den Hörnern, der für die Tempelritter die Wissenschaft repräsentierte.

Die Pilger gehen dann weiter bis hinter den Altar wo sich die Kapelle mit dem Bild des Apostels befindet. Man steigt ein paar schmale Stufen hinab und kann dann den Heiligen umarmen. Das geht natürlich nicht schnell, da man in einer langen Menschenschlange steht.

Pilgermesse

Um 12 Uhr beginnt die Pilgermesse, in der das Botafumeiro, ein großes Fass mit Weihrauch, an Ketten befestigt, durch die Kathedrale geschwungen wird. Es ist wie eine Szene aus dem 16. Jahrhundert.

Pilgerurkunde - die Compostela

Nach der Messe geht man in das Pilgerbüro, zeigt den Pilgerausweis und die Stempel vor, die man auf dem Pilgerweg gesammelt hat, und bekommt dann die begehrte Pilgerurkunde, die Compostela. Sie beweist, dass man den Jakobsweg bis nach Santiago gegangen ist.

Viele Pilger kaufen auch noch eine sogenannte Figa, bevor sie den Rückweg des Pilgerweges beginnen. Eine Figa ist ein Amulett aus Azabache, dem Schwarzen Bernstein. Es soll sie auf ihrer Heimkehr beschützen.