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Wallfahrten zu heiligen und christlichen Orten

Fatima

Fátima ist ein Ort in Portugal, der im Landkreis Ourém liegt. Sie ist der der bedeutendste Wallfahrtsort des Landes und zählt zu den hervorragendsten Pilgerstätten der römisch-katholischen Kirche.

Dabei hat der arabischen Namen Fatima nichts mit der Eigenschaft als Ort der Wallfahrt zu tun. Nein, er entstammt einer viel älteren Legende. Ihr zufolge hat sich sich Fatima, die schöne Tochter eines maurischen Fürsten im 12. Jahrhundert taufen lassen, weil sie einen christlichen Ritter liebte. Sie soll dann dort auch begraben sein. Den Namen Fatima trug zuerst eine der Töchter des Propheten Mohammed.

Den Ort Fátima findet man ca. 130 Kilometer nördlich der portugiesischen Hauptstadt Lissabon. Er liegt an der Hauptverbindungsstraße zur Universitätsstadt Coimbra. Etwa 10.000 Menschen leben in.

Vergleichbar mit Lourdes, wird der Wallfahrtsort Fatima auch von Kranken aufgesucht, die hoffen, eine Wunderheilung zu erleben.

Die Geschichte Fatimas

Doch wie ist Fatima zur Wallfahrtsstätte geworden? Der Überlieferung nach haben am 13. Mai 1917 drei Hirtenkinder auf einem Feld eine Erscheinung der Jungfrau Marie gesehen. Insgesamt sechsmal. Die Namen der Kinder sind Lúcia dos Santos, Jacinta und Francisco Marto. Maria habe den Kindern angeordnet, in Zukunft am 13. eines jeden Monats an diesen Ort zurück zu kommen. Die Kinder vereinbarten nichts von der Erscheinung zu erzahlen. Es war aber Jacinta, der nicht schweigen konnte. Und so war es nicht verwunderlich, dass sich am 13. Juni viele Menschen an dem Ort der ersten Erscheinung einfanden, um sich von der Wahrheit des Berichteten zu vergewissern. Als im Juli, August und September immer mehr Menschen kamen, kündigte die Erscheinung für den 13. Oktober ein Wunder an. Am jenem konnten dann mehrere Tausend Menschen (über 70.000) ein Sonnenwunder beobachten: sie konnten ohne Schwierigkeiten in die Sonne schauen; diese glich einer Silberscheibe und drehte sich wie ein Feuerrad. Die Sonne schien zu tanzen und zickzack auf die Erde zu rasen und wieder an den Himmel zurück zu kehren. Zudem war der Himmel von einem unwirklichen Licht erfüllt. Blinde behaupteten, sie seien davon geheilt worden.

Am 13. Mai 1930 erklärte der Bischof von Leiria die Erscheinung als glaubwürdig. Die öffentliche Verehrung Unserer Lieben Frau von Fátima wurde genehmigt.

Die Geheimnisse von Fatima

Bei der dritten Erscheinung seien den drei Kindern am 13. Juli die drei Geheimnisse von Fátima mitgeteilt worden. Im Jahr 1941 schrieb Lúcia, eines der drei Kinder und das einzige zu dieser Zeit noch lebende, das erste und zweite Geheimnis auf. Im Jahr 1944 schrieb sie das dritte Geheimnis nieder. Lucia lebten von 1907 bis 2005. Sie trat in das Karmeliterkloster von Coimbra ein. Die beiden anderen Kinder waren zuvor schon an der Spanischen Grippe gestorben. Die beiden ersten Geheimnisse wurden vom Bischof direkt zur Veröffentlichung freigegeben. Jedoch das dritte Gehemnis wurde versiegelt und dem Papst übermittelt. Es sollte nicht vor dem Jahr 1960 veröffentlicht werden.

Papst Johannes XXIII. lies das dritte Geheimnisses von Fátima jedoch nicht veröffentlichen. Es wurde erst am 26. Juni 2000 in Rom durch Kardinal Joseph Ratzinger und Erzbischof Tarcisio Bertone der Öffentlichkeit kund getan. Es lautet wie folgt: "Wir sahen ein großes Licht, das Gott war, und wie das schemenhafte Spiegelbild eines Menschen - einen in Weiß gekleideten Bischof. Wir hatten den Eindruck, es sei der Heilige Vater. Andere Bischöfe, Priester, religiöse Männer und Frauen gingen einen steilen Berg hinauf, auf dessen Gipfel ein großes Kreuz aus grob behauenen Baustämmen wie aus einer Korkeiche mit Rinde stand. Bevor er das Kreuz erreichte, gin der Heilige Vater durch eine große Stadt, die zur Hälfte in Ruinen lag. Aus Schmerz und Sorge zitterte er und betete für die Seelen der Toten, die er auf seinem Weg sah. Nachdem er den Gipfel des Berges erreicht hatte, kniete er unter dem Kreuz und wurde von einer Gruppe von Soldaten getötet, die Kugeln und Pfeile auf ihn abschossen, und auf dieselbe Art starben nacheinander die anderen Bischöfe, Priester, religiösen Männer und Frauen sowie Laien verschiedenster Ränge und Positionen. Unter den beiden Armen de Kreuzes schwebten zwei Engel, die in einem Kristallgefäß das Blut der Märtyrer auffingen und auf die Leelen sprengten, die sich auf dem Weg zu Gott befanden."

Das hört sich nach Apokalypse an und viele Fatima-Beobachter hatten an sich von der Veröffentlichgung ein Datum für das Ende der Welt erhofft. Doch nun bringen viele den Inhalt des Geheimnisses mit dem Papstattentat vom 13. Mai 1981 in Zusammenhang; es trug sich sich am Jahrestag der ersten Erscheinung zu. Papst Johannes Paul II. hatte 1983 seinen Attentäter Mehmet Ali Agca im Gefängnis besucht. Dieser griff bei dem Gespräch die Erscheinungen von Fátima auf und fragte Papst Johannes Paul II. mehrfach, was es für eine Königin gewesen sei, die seinen Tod verhindert habe. Johannes Paul II hatte nach dem Anschlag erklärt, dass die Hand einer Mutter den Lauf der Kugeln gelenkt habe, damit er an der Schwelle des Todes habe stehen bleiben können. Der Bischof von Leiria-Fatima reiste nach Rom und der Papst schenkte ihm die Kugel, die in sein Fahrzeug eingedrungen war, als Votivgabe für die Basilika. Die Kugel wurde von Juwelieren in die Krone der Statue Unserer Lieben Jungfrau von Fatima eingearbeitet. .

Das erste Geheimnis von Fatima ist eine Vision der Hölle. Schwester Lucia berichtete: "Die Jungfrau zeigte uns ein großes Flammenmeer, das unter der Erde zu lodern schien. In dieses Feuer wurden Dämonen udn Seelen in Menschengestalt geworfen, die wie durchscheinende brennende Kohlen aussahen, wie schwarze oder glänzende Bronzen, di in der Feuersbrunst schwammen, ... und überall Schreien und Stöhnen von Schmerz und Verzweifelung, dass wir vor Angst zitterten. Dann schauten wir wieder die Jungfrau an, die zu uns freundlich, aber traurig sagte: Der Krieg wird dzu Ende gehen, aber wenn die Menschen nicht aufhören, Gott zu beleidigen, wird im Pontifikat von Pius XI. ein noch schlimmerer Krieg ausbrechen. Wenn ihr die Nacht durch ein unbekanntes Licht erleuchtet seht, ist die Gottes großes Zeichen, dass er die Welt für ihre Verbrechen bestraft durch Krieg, Hungersnöte und Verfolgungen der Kirche und des heiligen Vaters. Um dies zu verhindern, werde ich kommen und Russland als Opfer für mein unbeflecktes Herz verlangen ..."

Man legt diese Schilderung als Vorhersage des Zweiten Weltkriegs und des Atheismus in Russland aus.

 

Johannes Paul II. war besuchte Fátima dreimal. Er sprach dort am 13. Mai 2000 Jacinta und Francisco Marto selig. Auch andere Päpste, etwa Pius XII., waren in Fatima.

Im Jahr 2007 wurde gegenüber der alten Kathedrale Basilica Antiga eine neue Kirche mit dem Namen Igreja da Santissima Trindade geweiht. Sie hat fast 9000 Sitzplätze und ist damit die viertgrößte katholische Kirche der Welt. Sie ist der größte Kirchenneubau des 21. Jahrhunderts. Zwischen den beiden Kirchen liegt der größte Kirchenvorplatz der Welt.