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Pilgern ... nicht nur nach Santiago de Compostela in Spanien
Wallfahrten zu heiligen und christlichen Orten

Ste-Anne-de-Beaupre

Ste-Anne-de-Beaupre ist die älteste katholische Kirche in Nordamerika und einer der bedeutendste Wallfahrtsort des Kontinents. Mehr als eine halbe Millionen Pilger kommen jährlich dorthin.

Die Kirche liegt in der nähe des kanadischen Quebec. Dort wird das Französische bis heute gegen den Rest des Kontinents verteidigt. Die heilige Anne wurde zu einem Sinnbild des französischen Kanadas gegen die Englisch sprechenden Länder, zu einem Symbol des kanadischen Nationalgefühls.

Die heutige neoromanische Basilika ist die sechste Kirche an diesem Ort, die der heiligen Anna gewidmet ist.

Die Legende berichtet folgendes: Um 1649 herum suchten einige Seefahrer auf einem kleinen Kap am Nordufer des St. Lorenz Stroms, etwa 36 Kilometer nordöstlich der Stadt Quebec Schutz vor einem Unwetter. Es war ein ruhiges Fleckchen Erde mit einer hübschen Wiese, der beau pré, auf der die Seeleute später der heiligen Anna eine winzige Kapelle errichteten. Noch während der erste Grundstein gelegt wurde, so ließ die Heilige das erste Wunder geschehen: sie heilte einen Einheimischen vons einem Rheumaleiden. Die Kapelle aus Holz konnte nicht vollendet werden, da Eisschollen sie im Frühjahr wegrissen. 1669 wurde deshalb ein Neubau an einer höher gelegenen Stelle errichtet. Man stellte dort eine Statue dedr Ste-Anne mit der kleinen Maria auf dem Arm auf. Die Kunde von wundersamen Geschehnissen ließ viele Menschen an diesen Ort Pilgern.

Im Jahr 1676 baute man eine erste Kirche aus Stein. 200 Jahre danach wurde eine große Basilika errichtet. Sie brannte 1922 nieder. Auch die an ihre Stelle erbaute Kirche wurde 1926 ein Opfer der Flammen. Danach errichtete man das heutige gewaltige Bauwerk. Die kleine Statue blieb immer - trozt der Zerstörungen - unversehrt. Gleiches gilt von der Reliquie der Heiligen, einem Knochen aus dem Handgelenk, der im Jahr 1892 aus Frankreich in die Kirche gebracht worden war.

Den größten Pilgeransturm erlebte die heilige Ste Anne de Beaupre um die Wende des 20. Jahrhunderts.

Der Erzbischof von Québec segnete die Kirche Ste-Anne-de-Beaupre am 4. Juli 1976. Am 10. September 1984 erstattete Papst Johannes Paul II. dem Schrein der Heiligen Anna einen Besuch.

Im Dienst der Missionare

Die Verehrung der heiligen Ste-Anne-de-Beaupre wurde von den Jesuiten und Franziskanern bei ihrer Missionierung der Indianer vom Stamm der Micmac in den Mittelpunkt gestellt. Sie erklärten den Indianern, die heilige anna sei nicht nur eine Großmutter für Jesus gewesen, sondern sie könnten sie als ihre eigene ansehen. Daraufhin benannten die Micmac alle ihre Kirchen und Missionsstationen nach ihr. Auch auf der kleinen Insel im Lake Champlain steht eine Anna-Kirche. Und auch im Zentrum der Micmac-Reservation am Südufer der Gaspé Halbinsel befindet sich dort die Kirche Ste-Anne-de-Micmac. - So ist es nicht zu verwundern, dass auch viele Angehörige der Micmac und anderer Indianerstämme die Kirche Ste-Anne-de-Beaupre besuchen.

Die Kirche Ste-Anne-de-Beaupre

In der Nähe der großen Basilika wurde die Scala Santa Roms nachgebaut. Diese Heilige Treppe wurde von Helena, der Mutter Konstantins von Jerusalem nach Rom gebracht. Es soll jene Treppe sein, über die Jesus vor der Kreuzigung im Palast von Pontius Pilatus gegangen ist. Hinter der Kirche ist der Kreuzweg mit lebensgroßen Bronzefiguren nachgestellt.

Es gibt auch den Brunnen der heiligen Anna. Veile Wallfahrer glauben, dass sein Wasser ihre Leiden heilen kann. Sie tauchen dabei in das Becken. Es sind Wunderheilungen ähnlich derer von Lourdes bekannt, die jedoch von der katholischen Kirche nicht anerkannt worden sind.

Ste-Anne-de-Beaupre gehört zu den drei wichtigsten katholischen Pilgerstätten in ganz Nordamerika.